Der FUD in der Zeitung

Es ist ein Ehrenamt, das überaus bereichernd ist – und dazu etwas Geld in die Kasse spült. Der Familienunterstützende Dienst der Lebenshilfe sucht noch Helfer, die sich stundenweise einbringen wollen. Menschen mit geistiger Behinderung können einzeln oder auch in der Gruppe betreut werden. 10 Euro gibt es dafür pro Stunde und das steuerfrei.

Wenngleich – wer diese Arbeit übernimmt, rein um Geld zu verdienen und nicht mit dem Herzen dabei ist, der ist bei der Lebenshilfe wohl fehl am Platze, wie es Anika Schaad betont. Die Arbeit mit den Menschen mit geistiger Beeinträchtigung – ob jung oder alt – sollte als Bereicherung empfunden werden und das falle eigentlich nicht schwer, wie die neue Geschäftsführerin des Familienunterstützenden Dienstes erklärt, „denn die Begeisterung und Freude der behinderten Menschen ist riesig“. Die 27- Jährige ist selbst als 16-Jährige zur Lebenshilfe gekommen, um behinderte Menschen zu betreuen. Eine Aufgabe, die sie letztlich so ausfüllte, dass sie bei der Lebenshilfe das berufsbegleitende Studium „Management Sozial­ und Gesundheitswesen“ absolvierte und vor kurzem die Leitung des Dienstes übernommen hat.

Angebote sind überaus vielfältig

Für die Einzel- und Gruppenbetreuung sucht sie jetzt weitere Ehrenamtler. Dabei geht es darum, Familien mit geistig Behinderten zu unterstützen. Das können Ausflüge mit den Kindern oder auch Erwachsenen sein, individuelle Betreuung, damit die Eltern etwas unternehmen können oder auch Hilfe für die Gruppenangebote. Die Lebenshilfe klärt mit den Interessenten vorab, was für sie in Frage kommt und vermittelt sie an passende Familien. Die Details werden dann direkt abgesprochen. Zehn Euro Übungsleiterpauschale gibt es pro Stunde und Geld für die Fahrtkosten – bis zu 3000 Euro im Jahr können die Ehrenamtler so steuerfrei dazu verdienen.

Berührungsängste bräuchte niemand zu haben, ist Anika Schaad überzeugt. Wer sich für das Ehrenamt interessiert, erhält zuvor eine kurze Schulung, wer eine Gruppe betreuen möchte, kann einmal hospizieren und per Video wird der Erste Hilfe-Kursus aufgefrischt. Jede Familie, die sich Unterstützung wünscht, wird zuvor vom Lebenshilfe-Team besucht, um Wünsche und Anforderungen abzuklären. Die Familien leben in ganz Lippe, während es die Gruppenangebote vor allem in Lemgo, Detmold oder auch Bad Salzuflen gibt. Kochkurse stehen da auf dem Programm, gemeinsame Ausflüge, Ferienspiele, Filme, Mädchenabende oder auch die Kegelgruppe.

Auch ein Vertretungspool wird besetzt

Die Ehrenamtler sind vertraglich nicht gebunden und wer sich nicht länger festlegen will, kann sich auch für den Vertretungspool anmelden. Fällt ein Helfer aus, ist so für den Nachschub gesorgt und bislang, erzählt Anika Schaad, „mussten wir kaum ein Gruppenangebot ausfallen lassen“. Der Zeitaufwand ist ganz unterschiedlich. Von wöchentlich, über alle zwei Wochen bis zum Einsatz bei einzelnen Aktionen oder auch Ferienspielen ist alles dabei. Das Mindestalter für die Helfer liegt bei 16 Jahren, ein Führerschein wäre gut, ist aber nicht Voraussetzung. Viele Schüler, Studenten, Menschen mittleren Alters, aber auch Rentner sind derzeit dabei. Und wer körperlich nicht mehr ganz fit ist, kann ebenfalls helfen. „Dann gucken wir, welche Familie oder welches Angebot am besten passt.“

– Lippische Landeszeitung | Katrin Kantelberg